Patagonien – Bis ans Ende der Welt
„Es gibt keinen Ort in der Welt, der mehr Leid hervorruft oder
schrecklichere Aussichten bietet, als dieser“, notierte Captain James Cook in
seinem Tagebuch über Feuerland. Ausgerechnet dorthin zog es den Wilhelmshavener
Journalisten und Historiker Martin Wein . Davon berichtet er in seinem Dia-Vortrag „Patagonien – Bis as Ende der
Welt“ am Mittwoch, 8. März, ab 19 Uhr im Vortragssaal der Volkshochschule
Wilhelmshaven.
Gewaltige Eisströme, schroffe Berge und tiefe Fjorde locken auf den
Spuren Bruce Chatwins zunehmend mehr Reisende in den Süden des amerikanischen
Doppelkontinents. Von der Metropole
Santiago de Chile führt diese Bilderreise 2500 Kilometer in den Süden
Chiles und Argentiniens, wo Amerika als sturmumtoste Nadelspitze ausläuft.
Stationen sind der deutsche Siedlungsraum im „Kleinen Süden“ mit seinen
schneebedeckten Bilderbuchvulkanen und die windschiefen Kirchen bayerischer
Missionare auf der Insel Chiloé. Auf dem Schotterbett der „Carretera Austral“
geht es vorbei an hängenden Gletschern und treibenden Eisbergen, an den Zacken
der Torres del Paine mit ihren Guanakos und Emus zu den Pinguinen von Punta
Arenas und den Seelöwen der Insel Feuerland. Die Reise endet erst dort, wo ein
offizielles Schild das Ende der „Panamericana“ verkündet – in Ushuaia, der
südlichsten Stadt der Erde. „Fin del Mundo“ sagen die Einwohner stolz zu ihrer
Heimat – Ende der Welt.
Dia-Vortrag
Dauer: ca. 110 Minuten
Namibia – Koloniales Erbe zwischen
Lüderitz’ Bucht und der
Skelettküste
Krokodilsteak mit
Rotkohl, die Alte Feste in Windhoek aber auch die Gedenktafeln am Waterberg
erinnern in den Weiten Namibias an Deutschlands koloniales Erbe in
Südwestafrika. Wilhelmshaven und Deutsch-Südwest erlebten zur Jahrhundertwende
zeitgleich ihre Blütezeit.
Grund genug für
den Historiker und Journalisten Martin Wein, mit der Kamera im Süden Afrikas
auf Spurensuche zu gehen. Nur 31 Jahre dauerte das Intermezzo, seit der
Kaufmannsgehilfe Heinrich Vogelsang 1883 die Bucht von Angra Pequena für den
Bremer Adolph Lüderitz erwarb. Trotzdem hat diese Zeit prägend gewirkt, ist
Deutschland noch immer führender Handels-, Entwicklungshilfe- und
Kultur-Partner Namibias. Trotz des Völkermordes an den Hereros 1904 – 1907
stößt man auf mehr Gemeinsamkeiten als Konflikte und auf ein sorgsam gepflegtes
Erbe.
Die Reise führt
von der Hauptstadt Windhoek mit ihren Kolonialbauten hinab zum Fish River
Canyon, an die nebelige Lüderitz Bucht, in die Wüste Namib, wo sich deutsche
Siedler im Zweiten Weltkrieg vor der Internierung versteckten. Die gemütliche
Wüstenhauptstadt Swakopmund zwischen Dünen und Atlantik, die verlassene
Minenstadt Kolmannskuppe, die Pelzrobben an der Skelettküste und die von
Großwild umlagerten Wasserlöcher der glutheißen Etosha-Pfanne sind weitere
Stationen auf einer Reise zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Dia-Vortrag
Dauer: ca. 90 Minuten
Polynesische
Welten – Südsee heute
Kokospalmen,
blaue Lagunen und blumengeschmückte Menschen prägen seit Generationen unser
Bild von der Südsee. Geschichten von Jack London oder Hermann Melville,
Schlager der 50er-Jahre, Filme von Friedrich Wilhelm Murnaus „Tabu“ bis zu Tom
Hanks in „Cast Away – Verschollen“ und vor allem die Bilder von Paul Gauguin
haben die südpazifische Inselwelt in Europa populär gemacht.
Martin
Wein sucht in seinem Diavortrag in der Inselwelt Polynesiens nach Spuren von
Schriftstellern, Malern und Filmemachern, von Captain James Cook und Captain
William Bligh.
Der
Vortrag führt zu den bekanntesten Archipelen Polynesiens: In die unerschlossene
Bergwildnis Fidschis zu den stolzen Nachfahren der Kannibalen, hinab in
die Begräbnishöhlen von Atiu, zu den
Haien vor dem Riff von Bora Bora und zu den geheimnisvollen Maraes auf Raiatea
und Huahine. Der Referent bereiste ein Vierteljahr lang per Frachtschiff,
Kleinflugzeug und zu Fuß insgesamt 15 Eilande der Fidschi-, Cook- und
Gesellschaftsinseln.
Dia-Vortrag
Dauer: ca. 100 Minuten